Das "Tagebuch der Anne Frank" ist allen Nachkriegsgenerationen aus dem Deutschunterricht bekannt. Das autobiografische Jugendbuch "Und im Fenster der Himmel" von Johanna Reiss kennen hingegen nur wenige. In ihren Kindheitserinnerungen erzählt die Autorin, die heute in den USA lebt, die Geschichte der zu Kriegsbeginn 6jährigen Johanna (Annie) de Leeuw, die als jüdisches Mädchen im niederländischen Winterswijk, unweit der deutsch-holländischen Grenze, die Schreckenszeit des Holocaust überleben konnte, weil Menschen Zivilcourage zeigten.

Als die von den Nazis angeordnete Deportation der europäischen Juden auch Annies Familie bedroht, findet sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Sini Aufnahme bei den Bauersleuten Oosterveld, die die beiden Kinder über mehrere Jahre, bis zur Befreiung bei sich verstecken.
In der Jahrgangsstufe 5 des GyD wird das Jugendbuch, das u.a. mit dem Buxtehuder Bullen ausgezeichnet wurde, aktuell im Rahmen eines Lese-und Zeitzeugenprojekts im Deutschunterricht besprochen.
Die inzwischen 85jährige Johanna Reiss zeigt ein unermüdliches Engagement wider das Vergessen und spricht bis heute als Zeitzeugin mit Schülern auf der ganzen Welt.
In diesem Jahr nimmt Frau Reiss noch einmal die beschwerliche Reise nach Deutschland auf sich und es ist eine große Ehre, dass sie im Rahmen ihrer Begegnungstour auch der Einladung des GyD gefolgt ist. Am 28.Juni 2017 wird sie mit der gesamten Jahrgangsstufe 5, den in den Klassen unterrichtenden Deutschlehrern und einigen interessierten Eltern in den Räumen des katholischen Gemeindezentrums Johanneshaus (Kirchplatz 10) zusammentreffen, um über ihre Kindheitserinnerungen ins Gespräch zu kommen.
Unterstützt wird dieses Zeitzeugenprojekt von der Katholischen öffentlichen Bücherei (köb), die dem GyD zahlreiche Materialien zur Verfügung gestellt hat.