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Ein Auslandsjahr in Neuseeland


Solveig von Watzdorf, Dezember 2018 - Hier mein Auslandsbericht:

Austausch heißt, lernen zu leben.

Kia Ora! „Kia Ora“ ist Maori, die Sprache der Ureinwohner Neuseelands, und heißt so viel wie: „Lebe“ oder „Bleibe gesund“ und hat sich zu einem Gruß entwickelt, also ein informelles Hi oder Hallo.
Ich verbringe dieses Schuljahr 18.353km von zuhause entfernt, im wunderschönen Neuseeland. Ich glaube, die deutsche Sprache besitzt gar nicht genug Worte, die Schönheit Neuseelands zu beschreiben, aber ich kann es ja mal versuchen. Neuseeland, in Maori „Aotearoa“ (= das Land der langen, weißen Wolke) mit all den grünen Hügeln, mit all den Kühen und Schafen, Seen und Wasserfällen, schneebedeckten Bergen und Vulkanen, dem Meer, das praktisch direkt vor der Haustür liegt, mit den kurvigen Straßen, mit den „Kiwis“, wie sich die Neuseeländer selbst nennen, die das Haus entweder barfuß oder in Gummistiefeln verlassen, dem Kiwis-slang (yeahnah, aye, togs = Schwimmhose, Bikini; gendals = Flip Flops…) und der Kultur der Maoris und deren „Kapa Hakas“ (einem Tanz der Ureinwohner), den die All Blacks, Neuseelands Rugby Team, vor deren Spielen aufführen und der regelmäßig in Schulen geübt und aufgeführt wird, sowie der freundlichen und lockeren Art der Menschen hier und der puren Schönheit und Natur dieses Landes, erstaunt mich jeden Tag und ich möchte gar nicht daran denken zurückzufliegen.

Im letzten Jahr habe ich die bisher größte Entscheidung meines Lebens getroffen: ein Austauschjahr in Neuseeland. Und als ich dann am 15. Juli auf dem 24-stündigen Flug ans andere Ende der Welt saß, wo mich zwei komplett fremde Menschen erwarteten, traf es mich mit voller Wucht: Ich werde 365 Tage in einer komplett fremden Stadt, in einer fremden Schule, mit fremden Menschen als Familie, in einer anderen Sprache, in einem fremden Land am anderen Ende der Welt verbringen. Ich brachte viele Ängste und Sorgen nach Neuseeland mit, denn so vieles hätte ja schiefgehen können, aber im Endeffekt ist es hier einfach unbeschreiblich toll!

LSLG8900Ich lebe hier mit meinen sehr aktiven und jungen Gasteltern weit draußen auf dem Land. Wir haben drei Pferde, einen Hund und eine Katze und wohnen 10 Minuten vom Strand entfernt. Ich gehe auf die Te Puke High School und belege hier Fächer wie Dance, OED(outdoor education), Hospitality und Photography. Das Bildungssystem ist hier sehr anders und die Schule ist nicht besonders schwer, dafür lernt man in Fächern Gärtnern, Kochen, Nähen, den Umgang mit Menschen und in Business, wie man Geschäfte führt. Das Verhältnis zu den Lehrern ist hier sehr viel enger und entspannter, und es ist normal, dass man manchmal einfach nichts tut, und der Lehrer sich zu den Schülern an den Tisch setzt und den neuesten Klatsch und Tratsch austauscht oder ein Video auf YouTube anguckt. Auch die Schuluniform ist sehr ungewohnt am Anfang, aber jetzt gefällt es mir sogar besser mit Schuluniform.

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Ich habe hier viele neue Dinge erlebt und ausprobiert, zum Beispiel habe ich Klettern als neue Leidenschaft entdeckt, gehe regelmäßig wakeboarden und wakesurfen, war zweimal White Water Rafting, habe barefoot skiing ausprobiert und gehe oft mountainbiken und surfen. Ich habe auch schon ein bisschen von Neuseeland gesehen, wie zum Beispiel Auckland, Coromandel (wo ich als Helfer auf ein camp gegangen bin), die White Island(den ältesten Vulkan Neuseelands) und ein paar andere Städte. Außerdem hat mich meine Gastfamilie im Dezember in den Urlaub nach Rarotonga, eine der Inseln von den Cook Islands im Südpazifik, mitgenommen. Dort waren wir zum Beispiel mit Schildkröten schwimmen oder stand up paddeln in der Nacht.

IMG 5139Zu entscheiden, so lange von zuhause entfernt zu sein, war nicht einfach, aber definitiv die beste Entscheidung, die ich jemals treffen konnte. Ein halbes Jahr ist jetzt vorbei, und es waren die besten und wichtigsten sechs Monate meines Lebens. Ich habe hier so viele einzigartige Menschen kennengelernt, so viele wichtige Erfahrungen gemacht, die mir nicht mal immer gefallen haben und die nicht immer schön waren, denn auch hier ist mein Leben nicht perfekt, aber die mich so viel stärker gemacht haben und aus denen ich so viel gelernt habe und herausgefunden habe, was ich wichtig finde und wie ich leben möchte. Diese sechs Monate haben mich verändert, aber auf eine Weise, die mir sehr gefällt und die ich noch nie vorher erlebt habe.

Man kann so viele Länder bereisen, so viele Kulturen sehen. Aber ein Land und vor allem die Bewohner lernt man erst richtig kennen, wenn man ihren normalen Alltag lebt. Wenn man nicht nur die Touristenorte gesehen hat, sondern auch Orte und Momente erlebt hat, die ein einfacher Urlauber nicht sieht, dann fühlt man sich sehr schnell, als hätte man seine zweite Heimat gefunden. Zumindest geht es mir so. Neuseeland ist in schon so kurzer Zeit mein Zuhause geworden, der Ort, an dem ich komplett ich sein kann.

Ich würde jedem, der großes Durchhaltevermögen hat, ein komplett neues Leben kennenlernen möchte und sehr aufgeschlossen ist, empfehlen, ein Auslandsjahr in Neuseeland zu verbringen. Ich persönlich hatte bis jetzt eine wunderschöne Zeit und habe eine zweite Familie, ein zweites Zuhause und neue Freunde gefunden und wünsche jedem Austauschschüler das Glück, auf der anderen Seite der Welt so glücklich zu sein wie ich.

Kite u hohoro!