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Das Kollegium

am GyD im Schuljahr 2019/20

Deutsch

Wozu Deutsch? Das kann ich doch! So fragt und denkt mancher Schüler und manche Schülerin. Und von Zeit zu Zeit stellen auch ganz andere Leute diese Frage. Also, weshalb beschäftigen wir uns in der Schule so viele Stunden mit dieser einen Sprache, die für die meisten in dieser Region doch immer noch die Muttersprache ist?


Beginnen wir mit einem Zitat, um gleich einmal eine der vielen Kulturtechniken zu bemühen, die dem Fach Deutsch ihren Charme verleihen: „Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen.“ Dieser Satz ist von Ludwig Wittgenstein (Tractatus logico-philosophicus, 4.116) und aus dem Zusammenhang gerissen. Aber er umreißt in seiner Präzision und Aussagekraft vieles von dem, was das Fach Deutsch ausmacht. Außerdem ist dieser Satz ein Anspruch und eine Zumutung für jeden. Denn wer kennt es nicht, dieses Gefühl, einen guten Gedanken gehabt zu haben und ihn dann nicht vernünftig zu Papier bringen oder in der Öffentlichkeit mitteilen zu können? Und genau hier setzt das Fach Deutsch an: Denken und Sprachhandeln (d. i. lesen, schreiben, sprechen, zuhören, präsentieren usw.).


Die Spannweite des Faches Deutsch ist dabei denkbar groß – und das in jeder Hinsicht. Dieses Fach hat nämlich die dankbare Aufgabe, die Schüler und Schülerinnen vom Eintritt in das Gymnasium bis hin zum Abitur ununterbrochen zu begleiten. Wir Deutschlehrer lernen unsere Klassen zu einem Zeitpunkt kennen, an dem die Prozesse des Schreiben- und Lesenlernens noch lange nicht abgeschlossen sind, und nehmen sie mit, metaphorisch gesprochen, auf eine lange Reise durch den Kontinent der Sprache, auf der viele Kompetenzen trainiert werden, unterbrochen von verschiedenen Streifzügen durch die Literaturgeschichte, um am Ende des Weges, so hoffen wir, sprachkompetente und -bewusste Individuen in das Leben zu entlassen.


Zudem zeigt das obige Zitat, dass das Fach Deutsch viele Dimensionen hat, die über die Fachgrenzen hinausgehen. Das reicht von der Geschichte (hier und im Folgenden Links zu den Fächern), wenn Texte, Autoren und Gedanken in ihrem historischen Kontext behandelt werden, geht über die Kunst (Bildbetrachtungen und Ästhetik), die Musik (Rhythmen, Metren und Sprachmelodie) sowie die Fremdsprachen (Was wäre Deutsch z. B. ohne Latein, Englisch und Französisch?) und endet nicht allein bei der Philosophie (Aufklärung, Nachdenken über uns und die Sprache).


An dieser Stelle soll sich der Kreis schließen und noch einmal Wittgenstein mit einem Satz zu Wort kommen, der jeden, aber besonders uns Sprachvermittler daran erinnert, dass es auch mal still werden darf, denn „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.“ (Tractatus logico-philosophicus, 7)

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